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Wir fahren nach Berlin!!

Aktion am 25.09.08


Berlin war eine Reise wert!! Das war wohl die einhellige Meinung aller Krankenhausmitarbeiterinnen und –mitarbeiter, die sich am 25. September auf den Weg zur Großdemonstration gemacht hatten. Die Kundgebung vor dem Brandenburger Tor wurde zur größten Gesundheits-Demo in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland!!

Auch wir aus dem 5K-Verbund waren mit einer stattlichen Delegation mit von der Partie, die sich auf insgesamt 13 Busse verteilte. In Neumünster wurde das Team der Klinikmitarbeiter „prominent ergänzt“, indem uns einige Vertreter der Politik begleiteten. Was die Unterstützung unserer Kampagne angeht, so taten sich – wieder einmal – Mitglieder der SPD, der FDP und der Linken hervor.
Nachdem morgens alle (und insbesondere die nicht im Pflegedienst Tätigen) die Hürde des frühen Aufstehens mit Bravour gemeistert hatten, machten wir uns in aller Herrgottsfrühe Richtung Hauptstadt auf den Weg. Auf halber Strecke gab´s auf dem Rastplatz in Stolpe erst einmal eine Frühstückspause, bei der es nicht nur reich gepackte, von der Geschäftsführung gesponserte Fresspakete gab, sondern uns zahlreiche Reisebusse mit anderen Demo-Teilnehmern schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf gaben, was in einigen Stunden in Berlin „abgehen“ sollte. Unterwegs stimmten wir uns dann schon mal auf unseren bevorstehenden Gesangsauftritt ein, denn die Veranstalter hatten uns im Vorprogramm mit unseren Kampagnensongs „Früher schön, heute grau“ und „Sonderzug zur Hauptstadt“ eingeplant.

In Berlin angekommen, mussten wir die Beine in die Hand nehmen, um die Bühne am Alexanderplatz noch rechtzeitig zu erreichen, aber es gelang uns in letzter Sekunde, einen gut besetzten Chor vor die Mikrophone zu bekommen. Unterstützt von zwei Sängern der „Lucky Streik Band“ und begleitet von vielen Stimmen aus dem Publikum legten wir einen durchaus überzeugenden Gesangsauftritt hin!
Wenig später setzte sich dann der Demonstrationszug Richtung Brandenburger Tor in Bewegung. Überall schwenkten Banner und Transparente, neben vielen in Dienstkleidung oder Demo-T-Shirts angereisten Klinikmitarbeitern gab es auch einige ausgefallene Kostümierungen zu bewundern.
Insgesamt waren drei Sternmärsche auf dem Weg zur Hauptkundgebung am Brandenburger Tor. Gegen 13:00 Uhr ereichten wir mit unserem Teil des Demonstrationszuges unser Ziel. Es bot sich ein wirklich gigantisches Bild: Die Straße vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule war ein einziges Gewimmel von Menschen. Die ersten Schätzungen der Polizei wurden immer wieder nach oben korrigiert, und schließlich landete die geschätzte Zahl der Teilnehmer bei 135.000. Damit waren alle Erwartungen übertroffen! Einen solchen gemeinsamen Auftritt aller im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen hatte es bisher noch nie gegeben!

Im Rahmen der Hauptdemonstration folgten zahlreiche Reden hochkarätiger Vertreter der Krankenhauspolitik: So meldeten sich Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Christian Ude, der Präsident des Deutschen Städtetages, der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske und Frank Stöhr, 2. Vorsitzende  vom dbb Beamtenbund und Tarifunion, zu Wort. Außerdem waren Rudolf Henke, der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Marieluise Müller, die Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. und Dr. Frank Ulrich Montgomery, der Vizepräsident der Bundesärztekammer, zu hören. Die Vertreter des Aktionsbündnisses zur Rettung der Krankenhäuser machten in ihren Reden deutlich, dass das von der Bundesregierung angebotene Paket in Höhe von 3,2 Mrd. Euro bei weitem nicht ausreiche, um die Krankenhausfinanzierung zu sichern. Massive Überlastung des Personals und die drohende Vernachlässigung der Patientenversorgung wurden angesprochen. „Der Deckel muss weg“ – diese Forderung klang in jedem Redebeitrag durch!
Um 16:30 Uhr traten wir unseren Heimweg an. Zwar waren alle von dem anstrengenden Tag erschöpft, aber es waren sich alle einig, dass es großartig gewesen war und dass sich die Fahrt unbedingt gelohnt hat!

Damit sich die Politiker nach überstandener Großdemonstration jetzt nicht in ihren Sesseln zurücklehnen, muss der Druck nun aber aufrecht erhalten bleiben. Weitere Aktionen müssen folgen, so auch weitere Aktivitäten der Kampagne „Über(das)Leben im Krankenhaus“ der Betriebs- und Personalräte im 5-K-Verbund. Wir bauen weiter auf Ihre/eure Unterstützung!!