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„Praktikant“ Thießen zur Krankenhausfinanzierung:
„Das reicht noch nicht!“


SPD-Bundestagsabgeordneter arbeitete in den
Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide mit


Praktikum „in Weiß“: der Bundestagsabgeordnete Jörn Thießen in der Zentralen Patientenversorgung des Westküstenklinikums Heide. (Foto: WKK)

Heide/Brunsbüttel – „Wir sind einen Schritt vorangekommen, aber das reicht noch nicht.“ So lautet die Einschätzung des Bundestagsabgeordneten Jörn Thießen im Hinblick auf den neuen Referentenentwurf zur Krankenhausfinanzierung. Der SPD-Politiker hatte sich zum zweiten Mal als „Praktikant“ in den Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide vor Ort einen Überblick über die Lage in den Krankenhäusern gemacht.  Dabei lobte er im Hinblick auf die Brunsbütteler Klinik die „intelligenten Lösungen“ mit Krankenhausstationen und niedergelassenen Ärzten unter einem Dach; nur so habe das Weiterbestehen der Westküstenklinik gesichert werden können.

Mit seinem zweiten Praktikum beteiligte sich Jörn Thießen an der Kampagne „Über(das)Leben im Krankenhaus“, das von den Personal- und Betriebsräten des 5K-Verbundes ins Leben gerufen worden ist und auf die Schieflage bei der Krankenhausfinanzierung aufmerksam machen soll. Der Bundespolitiker kam in beiden Häusern mit zahlreichen Mitarbeitern ins Gespräch, legte aber – mit der weißen Arbeitskleidung eines Krankenpflegers ausgestattet – auch selbst Hand an.

Bei der Abschlussbesprechung im WKK Heide, an der neben Mitgliedern des Betriebsrates auch der Geschäftsführer der Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH, Harald Stender, teilnahm, kamen dann noch einmal die Hauptprobleme auf den Tisch. Stender betonte, dass die wichtigste Maßnahme der Bundesregierung eine von den Krankenkassen finanzierte Sofortentlastung der Krankenhäuser sein müsse. Die Lohn- und Gehaltserhöhungen der jüngsten Tarifrunden müssten im kommenden Jahr zu mindestens 70 Prozent ausgeglichen werden. Derzeit werde bei der SPD von 50 Prozent und bei der CDU von 30 Prozent gesprochen. Das sei nach Ansicht von Stender nicht genug, um den Personalabbau in den Krankenhäusern zu stoppen.

Thießen legt vor allem Wert darauf, dass die jetzigen kommunalen Krankenhäuser auch in kommunaler Hand bleiben und nicht privatisiert werden. Außerdem müssten die vorhandenen Arbeitsplätze gesichert und möglichst neue geschaffen werden. Das Gleiche gelte für Ausbildungsplätze im Gesundheitswesen.

Ein weiteres Thema bei der Abschlussbesprechung war die Versorgung der ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein mit niedergelassenen Ärzten. Der Bundestagsabgeordnete zeigte sich besorgt über die Entwicklung. Immer weniger Hausärzte zöge es aufs Land; davon sei Steinburg sogar noch mehr betroffen als Dithmarschen, betonte der Steinburger Politiker. Er forderte daher die Kreise auf, etwas zu unternehmen, um Ärzte für die jeweilige Region anzuwerben.

WKK-Betriebsratsvorsitzender Matthias Stecher bedankte sich zum Abschluss noch einmal bei allen Beteiligten. Er stellte dabei heraus, dass die Kampagne nicht nur Fachpolitiker erreichen wolle, sondern auch in der Breite auf die Probleme im Gesundheitswesen aufmerksam machen soll.